Mehr als 40 Jahre im Dienst der Kirchengemeinde

vanderbentAm Ostermontag wurde im Gottesdienst und beim Empfang im Gemeindehaus Eberhard van der Bent nach mehr als 40 Jahren aus dem kirchenmusikalischen Dienst verabschiedet. Seit dem 1. Juli 1975 war er als Kirchenmusiker in der Kirchengemeinde Isenstedt-Frotheim tätig und hat seitdem in unzähligen Gottesdiensten die Orgel gespielt und Chöre geleitet. Sein oft gespieltes Lieblingsstück auf der Orgel bei großen Anlässen war Johann Sebastian Bachs Toccata d-moll, die er vollendet vortrug. Neben der klassischen Kirchenchorarbeit leitete er einige Zeit auch einen Jugendchor, später im Jahr 2000 wurde der Gospelchor auf Wunsch von Gemeindemitgliedern gegründet.

Neben dem Gottesdienst kamen bald auch besondere Konzerte wie zuletzt am 1. Advent 2015 mit zwei Bachkantaten zur Aufführung. Neben Advents- und Weihnachtskonzerten wurde die Aufführung von Passionsmusiken am Karfreitag zur Tradition. Es wurden auch große Werke wie Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium oder die Johannespassion aufgeführt, aber auch Kantaten und Werke etwa von Dietrich Buxtehude, Heinrich Schütz oder Max Reger. In den ersten Jahren waren die Konzerte überaus gut besucht. Um solch große Werke aufführen zu können, wurde gerne mit anderen Chören zusammen gearbeitet. Anfangs gab es eine Zusammenarbeit mit dem Kirchenchor Alswede, den Eberhard van der Bent auch leitete. Aus seiner Arbeit als Leiter der Musikschule Espelkamp kam der sogenannte Montags-Chor – weil er sich am Montag im Gemeindehaus trifft – dazu. Eine weitere Zusammenarbeit geschah mit einem Chor aus Bremen, den Frau Buchholz – eine ehemalige Schülerin von ihm – leitet. Hier hat man sich gegenseitig unterstützt und besucht bei Konzerten in Bremen und hier. Ebenso war auch immer die große Familie Eberhard van der Bents dabei, vor allem wenn es galt, etwas Besonderes aufzuführen.

Das besondere Anliegen von Eberhard van der Bent war die Pflege der alten Musik, besonders der reformatorischen Choräle – deren rechtes Singen im Gottesdienst er einübte. Auch in der Aneignung der historischen Aufführungspraxis hat er sich hervorgetan. So hat er auch wie beim Adventskonzert 2015 wiederholt mit Ensembles mit historischen Instrumenten – Concert Royal Köln – zusammengearbeitet. Dass die klassische Kirchenmusik – auch in Form des Kirchenchorals – zunehmend weniger Resonanz in der Gemeinde findet, so dass der Nachwuchs für die Chöre hier ausbleibt, hat ihn sehr betrübt.

Mit Eberhard van der Bent hatte die Gemeinde über die vielen Jahre einen für eine ländliche Gemeinde hervorragenden Musiker. Seine Nachfolge konnte mit Hilfe von Kreiskantor Heinz-Hermann Grube in guter Weise gelöst werden: An der Orgel ist seit März Sabine Wittkötter im Dienst, den Chor – das ist im Wesentlichen der Gospelchor, der mit einigen Stimmen aus dem Kirchenchor ergänzt wird – übernimmt ab April Annegret Blomeyer. Den Kirchenchor wird es in dieser Form leider nicht weiter geben, da die meisten Sänger schon ein hohes Alter erreicht haben und deshalb zusammen mit Eberhard van der Bent, der inzwischen 82 Jahre alt ist, aufhören.

Hier ein Bericht über ihn selbst in der Neuen Westfälischen und hier über seine Verabschiedung.

Hier ein Bericht u.a. des Westfalenblattes.

Hier ein Mitschnitt der letzten Aufführung der Bachkantate zum Ostermontag „Bleibe bei uns, denn es will Abend werden“ BWV 6 in der Christuskirche Isenstedt-Frotheim (2015):