kirchnot

Nachdem unsere Kirchengemeinde ein eigenes Gotteshaus erhalten hatte, begann nach der Einweihung im Jahre 1881 ein reges Leben in unserer Gemeinde. Im Mittelpunkt unseres Gemeindelebens stand der Gottesdienst, an dem Jung und Alt teilnahmen. Unsere Kirche hatte damals 900 Sitzplätze und war jeden Sonntag bis auf den letzten Platz besetzt. (Es nahmen also etwa 1/3 der Gemeindeglieder jeden Sonntag am Gottesdienst teil.) Unsere Gemeindeglieder wollten aber die frohe Botschaft von unserem Erlöser Jesus Christus nicht nur hören, sondern auch selbst darauf antworten und dadurch weiter verkünden.

Hier bot sich vor allem der Chorgesang an. Zwischen 1881 und 1882 (der genaue Zeitpunkt ist nicht bekannt) gründete Fräulein Siebold, die Schwester des ersten Pfarrers unserer Gemeinde, den Jungfrauenchor, von dem es in unserer Chronik heißt:

„ … und fand derselbe solchen Anklang, dass das ganze Konfirmandenzimmer besetzt war“.

Fast zur gleichen Zeit wurden in Isenstedt und Frotheim kirchliche Männerchöre gegründet, die von den Hauptlehrern der beiden Dorfschulen geleitet wurden. Diese Chöre sangen entweder allein im Gottesdienst oder als gemischter Chor miteinander. Die kirchlichen Männergesangvereine müssen sich etwa nach 1885 aufgelöst haben. Es blieb also der Jungfrauenchor allein übrig, den Chordienst in unserer Kirche zu tun. Etwa 1907 wurde erneut ein kirchlicher Männerchor gebildet. Er bestand damals aus 34 Sängern und wurde von Pastor Winckler geleitet. Jungfrauenchor und Männerchor übten selbstverständlich getrennt und sangen auch in der Kirche meist getrennt, gelegentlich aber auch als gemischter Chor.

Da im 2. Weltkrieg viele Choristen zum Kriegsdienst einberufen wurden, war dann nur noch ein gemeinsames Singen beider Chöre möglich. Nach dem Kriegsende versuchte man, den Vorkriegszustand wiederherzustellen. Dies scheiterte allerdings an zwei Dingen:

  1. Die Mitgliederzahl des Männerchores war so klein, dass ein selbständiges Singen nicht möglich war und
  2. kamen nicht mehr so  viele junge Mädchen in den Jungfrauenchor, wie in jedem Jahr durch Heirat ausscheiden mussten.

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So wurde ab 1952 nur noch gemeinsam musiziert. Die Gründerin des Jungfrauenchores Fräulein Siebold verließ Isenstedt 1884. Danach übernahm Pastor Winckler die Leitung. Später unterstützte ihn darin seine Tochter Magdalene bis 1925. Von 1925 bis 1928 leitete Hauptlehrer Kirchhoff den Chor und von 1928 bis 1934 Hauptlehrer Möhring. Den Männerchor leitete zunächst Pastor Winckler bis zu seiner Pensionierung 1928. In den letzten Jahren seines Dienstes wurde er dabei von Lehrer Meier, Frotheim (Stelleriege) unterstützt. Dieser leitete dann auch von 1928 bis 1934 den Chor. Ab 1934 übernahm Wilhelm Koch die Leitung beider Chöre. Als Wilhelm Koch dann im letzten Weltkrieg als Soldat eingezogen wurde, vertrat ihn Pastor Reinecke zusammen mit seiner Frau. 1973 ging Wilhelm Koch in den Ruhestand, da aber noch kein Nachfolger gefunden war, leitete er den Chor noch bis 1975. Ab 1975 übernahm Eberhard van der Bent den Dienst des Chorleiters, den er bis heute versieht. In der 130-jährigen Geschichte unseres Kirchenchores gab es Höhen und Tiefen, wovon sicher noch einiges zu berichten wäre. Im Vordergrund des Tuns stand für den Chor aber immer der Auftrag aus Psalm 96:

„Singet dem Herrn und lobet seinen Namen, verkündet  von Tag zu Tag sein Heil“.
Kantor Eberhard van der Bent